Fortbildung als Professionalität von Lehrkräften

Demokratiebildung und Politische Bildung als Voraussetzungen für die persönliche, zivilgesellschaftliche und soziale Teilhabe von Individuen an der Gesellschaft

 

Die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitisch relevanten, aktuellen Themen ist ein unverzichtbarer Teil der Professionalität von Lehrenden. Vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise, der offensichtlichen Hilflosigkeit des politischen Establishments und der wachsenden sozialen Spaltung der Gesellschaft. Die fremdenfeindlichen Ressentiments und Nationalismen nehmen zu und wir erleben eine massive Ausbreitung des rechten Populismus in fast allen Ländern Europas. Vermehrt geben Regierungen die sozialen Probleme an die Basis ab – an den Alltag, an die Wohnviertel, auch an uns Schulen.

 

Veranstaltungen zu politisch brisanten Themen

Wir müssen die politischen Debatten, wo immer sie stattfinden, zulassen – sie sind das eigentliche Medium des Politischen. Schülerinnen und Schülern und auch den Lehrenden sollte daher in Schule ausreichend Zeit für Diskussionen eingeräumt werden. Deshalb finden zahlreiche Veranstaltungen (Vorträge, Workshops, Diskussionen im Rahmen der pädagogischen Konferenzen) für alle Lehrerinnen und Lehrer und ausgewählte SchülerInnen im laufenden Schuljahr statt.

Veranstaltungsreihe zur aktuellen Integrationsdebatte, Frauenrechte sind Menschenrechte:

Frauenrechte im Spannungsfeld von kultureller und religiöser Identität am 26.3.2014

Was macht gelungene Integration aus? am 18.2.2015

„Generation Allah“: Tag der politischen Bildung mit Ahmad Mansour am 6.11.2015

„Macht und Ermächtigung“ am 29. 4. 2015  - emanzipatorische Jugendarbeit als schulübergreifender Workshop im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung

Necla Kelek: Flucht und Vertreibung aus islamischen Ländern- eine Herausforderung oder Chance für Europa? Wie kann die Integration der muslimischen Flüchtlinge und hier besonders der Frauen und Mädchen gelingen? am 13.4.2016

 

Als Berufsbildende Schule sind wir besonders stolz darauf, dass unsere Schülerinnen und Schüler seit Jahren am prestigeträchtigen internationalen ZeitzeugInnen-Projekt „Relais de la Mémoire Juniors“ teilnehmen. Gleichgesinnte aus den verschiedensten europäischen Ländern diskutieren gemeinsam Themen wie Rassismus, Ausgrenzung, Faschismus, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus sowie die wirtschaftlichen Hintergründe, die immer wieder zu diesen Denkmustern führen.

 

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Internationales Vernetzungstreffen im September 2016 am Firnbergplatz

Etc.

 

An unserer Schule nehmen die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Politik und der sozialen Frage einen hohen Stellenwert im Lehrplan ein; die politische Bildung ist tragend: das zeigt sich im Sprachen- und Wirtschaftsunterricht und in eigens geschaffenen Ausbildungsprogrammen – viele Ressourcen und großes Engagement der Lehrkräfte fließen in Freifächer wie den „Debattierclub“ oder das „Interkulturelle Kompetenz & Diversity (IKD)“-Training.
Politische Bildung verlangt eine professionelle Haltung der LehrerInnen, die darum bemüht sind, dass SchülerInnen ihre eigenen Urteile entwickeln. Meinungen haben die meisten zu einem politischen Thema schon vorher. Zu einem politischen Urteil wird eine Meinung aber erst dadurch, dass sie gut begründet ist, dass man systematisch argumentieren und auch Wissen dafür heranziehen kann.

 

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Die von allen Lernenden und Lehrenden getragene und deshalb nachhaltige Genderarbeit bedingt eine große Sensibilität und Solidarität aller in der Schulcommunity, immer dann, wenn es notwendig ist, für Geschlechtergerechtigkeit einzutreten und Ungleichheit, egal wo und in welcher Form sie auftritt, zu bekämpfen.

 

Gesellschaftspolitisch relevante Präventionsarbeit in der Schule

Politische Bildung schützt keineswegs vor rechtsextremen, ausländerfeindlichen, rassistischen, sexistischen, homophoben oder antieuropäischen Entwicklungen – auch wenn dies in der tagespolitischen Diskussion zuweilen angenommen oder zumindest erhofft wird.

 

Aber sie erfüllt eine sehr wichtige präventive Funktion. Präventionsarbeit ist langwierig, schielt nicht auf raschen Erfolg und Herzeigbarkeit; ganz im Gegenteil setzt sie auf langjährige kontinuierliche Arbeit mit klaren Vorgaben und das Commitment aller!

 

Schule ist aus unserer Sicht ein „Neutralitätsort“, oft der einzig verbindliche Ort für viele Jugendliche, an dem kontinuierliche Präventionsarbeit möglich ist. Diese Rolle von Schule ist gewichtig und steht im Fokus des gesellschaftlichen Interesses.